Das Kontra im Bridge

Das Kontra, eine Ansage mit mehreren Bedeutungen

Das Kontra im Bridge ist eine einzigartige Ansage: Je nach Kontext kann es sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Mal ein Strafkontra, mal ein Informationskontra, manchmal rein konventionell, ist es eine der essentiellen Waffen des modernen Systems. Falsch eingesetzt kann es sehr teuer werden; gut beherrscht ermöglicht es, die Gegner zu stören und besser mit seinem Partner zu kommunizieren.

Das Informationskontra

Dies ist die häufigste Bedeutung: wenn ein Spieler, der hinter einer gegnerischen Eröffnung platziert ist, Punkte und wenige Karten in der Farbe des Gegners, aber kein zufriedenstellendes natürliches Gebot hat. Das Informationskontra verspricht Stärke und die Bereitschaft, in den nicht genannten Farben zu spielen. Genauso verhält es sich, wenn von der gegnerischen Seite zwei Farben genannt wurden: Das Informationskontra zeigt die beiden anderen.

Der Partner des Kontrierenden sagt in der Regel seine beste Farbe an, gegebenenfalls mit einem Sprung, wenn er aufgrund seiner Punktzahl oder seiner Verteilung eine positive Hand hat.

💡 Das Kontra kann auch für Hände verwendet werden, die zu stark für eine direkte natürliche Gegenreizung sind: Man spricht von einem Kontra mit beliebiger Verteilung, das ab 18 Punkten erfolgt.

Das Wiederaufmachkontra: Wenn die Gegner auf niedriger Stufe stehen bleiben, kann der Spieler in der Pass-Out Position (nach zwei „Pass“) kontrieren, um die Reizung offen zu halten. Dieses Kontra ist ein Informationskontra: Das Ziel ist vor allem, die Gegner daran zu hindern, einen bequemen Kontrakt zu spielen. Der Partner, kurz in der gegnerischen Farbe, wird dann seine beste Farbe ansagen.

Übungshand: Das Informationskontra über eine Sperreröffnung

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Was wäre Ihre Antwort auf Nords Kontra mit der Hand von Süd?

Entdecken Sie meine Kommentare und meine Benotung aller möglichen Gebote in diesem Artikel vom November 2023.

Sie sind dran

Die Verwendung des Kontras

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Das Strafkontra

Dies ist der ursprüngliche Zweck des Kontras: Man geht davon aus, dass der gegnerische Kontrakt fallen wird, und möchte die Strafe erhöhen.


  • Das Kontra einer natürlichen Gegenreizung in Sans-Atout ist immer ein Strafkontra.
  • Das Kontra einer Gegenreizung nach einer Sperreröffnung des Partners ist eine klassische Situation für ein Strafkontra.
  • Nach einem Rekontra des Partners sind alle nachfolgenden Kontras Strafkontras.

Das sind nur Beispiele. Auf hoher Stufe sind die meisten Kontras Strafkontras, wenn sie nicht die erste Gegenreizung des Paares darstellen.

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Das optionale Kontra

In bestimmten kompetitiven Sequenzen zeigt das Kontra lediglich eine Punktreserve an. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Informationskontra, das der Partner in ein Strafkontra umwandeln darf. Der typische Fall ist das Kontra einer Oberfarberöffnung auf der 4er-Stufe: Mit einer flachen Hand passt der Partner, um das Kontra zu verwandeln, mit Verteilung reizt er seine Hauptfarbe oder 4NT um mehrere Farben zu zeigen.

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Negativkontra

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Negativkontra

Der klassische Fall ist: 1m (1) Kontra. Der Antworter zeigt hiermit vier Karten in Coeur und eine Stärke von mindestens 8 Punkten. Mit fünf Karten in Coeur und 7-10 Punkten setzt er auch das Kontra ein. Mit einer schönen 5er Farbe und 11+ Punkten nennt er seine Farbe direkt auf der 2er-Stufe (das Gebot ist forcierend).

Diese Art von Kontra gibt es auch nach einer Gegenreizung von 1 (um vier Karten in Pik zu zeigen) oder bei einigen Gegenreizungen auf der 2er-Stufe um einen Fit in Oberfarbe zu finden.

Das Unterstützungskontra

Es handelt sich um ein besonderes Informationskontra des Eröffners nach einer Gegenreizung auf die 1 oder 1 Antwort seines Partners. Es zeigt eine nicht-minimale Hand und eine Unterstützung von drei Karten in der Oberfarbe des Antworters. Dieses Kontra ermöglicht es, troz der Gegenreizung schnell den 5-3 Fit in der Oberfarbe zu finden. Auf ein gegnerisches Kontra hat das Rekontra dieselbe Bedeutung.

Das Kontra als Versuchsgebot

Wenn ein natürliches Versuchsgebot wegen einer Gegenreizung nicht mehr möglich ist, übernimmt das Kontra diese Funktion. Dies ist häufig der Fall, wenn zwischen der Gegenreizung und dem Gebot, das sonst als Versuchsgebot gedient hätte, kein Platz ist, oder wenn die Gegner einander gehoben haben.

Übungen: Strafkontra oder Einladungskontra?

Von der Seite des Eröffners

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Es gibt keinen Platz zwischen dem kompetitiven Gebot (3) und der Gegenreizung. Das Kontra wird anstelle des Versuchsgebotes verwendet.

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Der Eröffner könnte 3 oder 3 bieten um zu versuchen, ein Vollspiel zu erreichen. Es handelt sich daher um ein Strafkontra.

Und für den Antworter

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Um zu versuchen, das Vollspiel in Pik zu spielen. Der Eröffner wird sich zwischen 3 und 4 entscheiden. Pass und 3NT sind zwar seltene, aber mögliche Gebote, sofern Nord's Hand dafür geeignet ist.

Und im Überruf

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Obwohl es Platz zwischen dem kompetitiven Gebot (3) und dem Überruf gibt, ist das Kontra ein Einladungskontra weil der Gegner gehoben wurde.

Das Lightner-Kontra

Es handelt sich hierbei um ein Kontra eines Schlemms in Farbe, das den Partner zu einem ungewöhnlichen Ausspiel auffordert.

Der Ausspieler muss ausschließen:

  • die Trumpffarbe
  • eine Farbe, in der die Gegenseite sich gehoben hat
  • oft die nichtgereizte Farbe, die das logische Ausspiel wäre

In den meisten Fällen muss er die Farbe finden, in der sein Partner ein Chicane hat, oder eine Schlüsselfarbe. Dieses Kontra ist in gewisser Weise ein Strafkontra, aber sein Hauptzweck ist es, dem Ausspieler dabei zu helfen, den Kontrakt zu schlagen. Wenn man glaubt, den Kontrakt mit dem logischen Ausspiel zu schlagen, ist es oft weise zu passen, anstatt zu kontrieren, um nicht vom zu erwartenden Spielplan abzuweichen.

Ausspielkontras

Das Kontra kann auch in anderen Situationen dazu dienen, das Ausspiel des Partners zu lenken:

  • Das Kontra eines künstlichen Gebots (Stayman, Transfer, künstliche Eröffnungen mit 2 oder 2) zeigt eine solide Farbe mit mindestens fünf Karten und verlangt ein Ausspiel in dieser Farbe.
  • Das Kontra eines Sans-Atout-Kontrakts kann ein aggressives Ausspiel in der Farbe des Tisches verlangen, um ihn "durch die Brust zu schiessen".

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Konventionelle Kontras

Einige Kontras haben eine rein konventionelle Bedeutung. Zum Beispiel kann das Kontra auf eine 1NT-Eröffnung verwendet werden, um eine 4er Oberfarbe und eine 5er Unterfarbe zu zeigen (Kontra Unterfarbe/Oberfarbe), oder andere Konventionen je nach Vereinbarung.

Fazit

Das Kontra ist ein vielseitiges Gebot, das seine Bedeutung erst durch den Kontext erhält, in dem es auftritt. Informationskontra, Strafkontra, Negativkontra, Versuchsgebot, Lightner oder konventionell: Jede dieser Anwendungen entspricht einer bestimmten Logik.

Wer diese verschiedenen Arten des Kontras beherrscht, kann nicht nur besser mit seinem Partner kommunizieren, sondern auch seine Gegner unter Druck setzen und aus vielen kompetitiven Situationen Nutzen ziehen. Umgekehrt führt das Nichtwissen über diese Unterscheidungen oft zu kostspieligen Missverständnissen.

Fragen und Antworten

Nein. Obwohl es seine primäre Funktion ist, den Gegner zu bestrafen, wird es oft verwendet, um sich auszudrücken, wenn kein natürliches Gebot zur Verfügung steht.
Das Informationskontra fordert den Partner dazu auf, eine Farbe zu reizen. Das Strafkontra zielt darauf ab, einen gegnerischen Kontrakt zu bestrafen, der zum Scheitern verurteilt ist.
Das Informationskontra folgt einer Eröffnung des Gegners. Das Negativkontra verwendet der Antworter, um ein natürliches Gebot zu ersetzen, das durch eine Gegenreizung nicht mehr möglich ist.
Nein. Eine Konvention besteht darin, mit einer langen Unterfarbe und vier Karten in einer Oberfarbe zu kontrieren.
Im Allgemeinen nicht: Es ist optional. Mit einer flachen Hand passt der Partner, mit Verteilung reizt er seine Farbe.
Ja, in kompetitiven Situationen, in denen ein natürliches Versuchsgebot nicht möglich ist, übernimmt das Kontra diese Funktion.
Ein Kontra auf einen gegnerischen Farbschlemm, das vom Partner ein unübliches Ausspiel verlangt, häufig um ein Chicane auszunutzen.
Man kann manchmal durch Passen das Kontra stehen lassen und es so in ein Strafkontra verwandeln, aber diese Situation ist selten.
Ja. Es dient dazu, die Reizung wiederzubelen, wenn die Gegner auf niedriger Stufe stehengeblieben sind.
Eröffnungsstärke (12-17 Punkte) mit Kürze in der Gegnerfarbe. Mit mehr als 18 Punkten ist das Kontra obligatorisch.
Nein, außer in Ausnahmefällen. Prinzipiell reizt man eine 5er Oberfarbe natürlich.
Er zeigt seine beste Farbe auf niedrigster Stufe, wobei 4er Oberfarben Vorrang haben.
Er springt oder überruft die Gegnerfarbe um eine konstruktive Hand mit Interesse am Vollspiel zu zeigen.
Er muss ein Partieforcing abgeben: entweder Sprung ins Vollspiel oder Überruf der Gegnerfarbe um mehr Informationen zu erhalten.
Ein besonderes Informationskontra des Eröffners nach 1♥/1♠ des Antworters und einer Gegenreizung. Es zeigt eine gute Eröffnung und drei Karten in der Oberfarbe des Antworters.
Wenn die Gegenreizung ein natürliches Gebot verhindert, zum Beispiel um vier Coeur zu zeigen nach 1m (1♠), oder eine Oberfarbe nach einer Gegenreizung auf 2er Stufe.
Ja. Es gibt mehrere Varianten (Strafkontra, Unterfarbe/Oberfarbe, andere Konventionen). Eine Absprache mit dem Partner ist zwingend.
Ja, vor allem in kompetitiven Situationen, wenn man Punkte hat aber kein passendes natürliches Gebot zur Verfügung steht.
Nein. Es zeigt eine Farbe, oft um das Ausspiel zu steuern.
Ja. Mit 18 Punkten ist das Kontra obligatorisch, wenn es kein passendes Gebot gibt.

Ressourcen

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